Demokratie ist unwählbar

Wir sehen es wieder und wieder und dennoch klammern sich die vermeintlich Intellektuellen der Welt immer wieder daran: Demokratie, Wahlrecht – bestes System…
Es ist aber nicht so. Demokratie bedeutet praktisch Stillstand, außer da, wo sie ausgehebelt wird (Russland, Türkei), Demokratie bedeutet Wahllügen ohne Ende, da sonst niemand gewählt würde und Demokratie bedeutet: Die Dümmsten, nämlich die Masse, dürfen entscheiden (siehe… alle Wahlen ever)
Spindelegger tritt zurück, ohne auch nur ein einziges zentrales Wahlversprechen eingelöst zu haben – die SPÖ ist schuld, hat alles blockiert, was jene vice versa reklamiert – und beide haben Recht. Aber hören wir das nicht schon seit… seit immer, wenn es Koalitionen gibt?! Und es ist ja auch so – jeder blockiert den anderen, außer bei Änderungen, die quasi beiden egal sind…
Sollte man also das Mehrheitsvergabeprozedere nach der Wahl überdenken?! Sollte die stimmenstärkste Partei einfach alleinregieren dürfen?!
Gott bewahre, schon jetzt ist jedes Wahlprogramm voller populistischer Luftschlösser, die mit jedem Prozent bei der Hochrechnung platzen… wie wäre das erst, wenn eine Partei wüsste: Wenn ich dem Pöbel am meisten nach seinem Krone/Heute/Österreich-verblödeten Mund plappere, habe ich die Maaaacht (H-Men – Pose) – noch schlimmer als jetzt.
Viele sagen: Dann würde aber wenigstens etwas weitergehen… die Frage ist nur: was? Und der Grund warum jetzt nichts weitergeht ist nicht nur die Koalition, sondern auch die Angst davor, nicht wiedergewählt zu werden -“wer wenig macht, macht wenig falsch” ist die Devise und das wäre bei einer Alleinregierung auch nicht viel anders.
Oder glauben Sie die Parteien wissen oft nicht, was die objektiv und logisch richtige Entscheidung wäre? Das wissen sie wahrscheinlich immer, hat aber kaum etwas mit ihrem Programm oder ihren Entscheidungen zu tun – die hängen von Wählermeinungen und ausführlichen Analysen jener ab. (Pensionen, Krankenversicherungen, Steuern, EU, etc)
Und da sind wir auch schon beim Grundübel der Demokratie – den Wählern. Der Mensch ist ein grundlegend egoistisches Tier. Muss er sein, sonst hätte die Spezies nicht überlebt. Generell ist Egoismus die Grundvorgabe jedes Überlebens, denn ein gänzlich soziales Lebewesen würde sich sofort zum Sterben hinlegen und damit Nahrung für andere darstellen.
Etwas weniger radikal wäre aber der Verzicht auf Luxus, damit andere Menschen auf anderen Teilen der Welt nicht ausgebeutet werden müssen – klingt schön, macht aber keiner (ich tippe das hier auch auf meinem Galaxy S5). Und so verhält es sich auch auf kleinen Skalen. Wir wissen oft, was für das Gesamtwohl besser wäre, aber dies würde negative Konsequenzen für uns Einzelne bedeuten – also sind wir nicht dafür. Jeder könnte gleich viel verdienen wie ein Bäcker – wäre sicher gesamt gesehen mehr Geld für Vieles (Bildung, Forschung, Soziales) da – jeder der mehr verdient, wird aber dagegen sein.
Doch nicht nur der kleinkarierte und von Natur aus nicht global sondern extrem lokal denkende Egoismus ist ein Problem, sondern auch die gnadenlose Dummheit der Masse. Nur kurz ein Beispiel: Die EU. “Raus aus der EU und zurück zum Schilling, weil früher war alles besser!”, eine vor Dummheit nur so strotzende Aussage, die erschreckenderweise immer noch weit verbreitet ist. Sie bezeugt perfekt das oftmals völlige Unverständnis der Bürger von komplexeren politischen und marktwirtschaftlichen Zusammenhängen und Problemen.
All dies zusammen zeigt, dass Demokratie als Machtstruktur eigentlich unwählbar ist. Sie wird immer nur eine Art minimalistische Konsenssuppe von populistischen, machtgeilen Selbst- und Gruppenerhaltern sein, die von den Ahnungslosen an die Macht gehievt werden.

Und was wäre jetzt besser, werden Sie sich fragen? Was hat dieser neunmalkluge Verfasser dieses Artikels für einen besseren Vorschlag?!
Naja, zum Beispiel eine Technokratie – da werden, zumindest idealerweise, logische Entschlüsse gefasst und umgesetzt. Doch dann würde wieder jeder, dem etwas gekürzt oder genommen würde, aufschreien und die Demokratie fordern. Nicht für das Gemeinwohl, sondern für das Eigene. Es läuft einfach immer wieder zusammen auf den ‘gesunden’ Überlebensegoismus, ohne den es nicht geht, aber mit dem es auch nicht wirklich funktioniert.

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