Raucher sollen zahlen

Diesmal kein ironischer Titel. Raucher sollen zahlen!
Wie kann ich sowas nur sagen? Bin ich für den Staat? Der nur seine Kassen mit den Rauchern auffüllt?! Der ein Riesengeschäft macht mit den Steuern, die die Raucher zahlen?! Bin ich für den?! Oder bin ich etwa gar gegen die persönliche Freiheit?! Bin ich dagegen, dass ein Mensch selbst bestimmen kann, was er tut und lässt?! Oder bin ich ein militanter Nichtraucher, der einfach nur puren Hass über hat für die Pofler?!
Also ich selbst bin Gelegenheitsraucher. Ich rauche vielleicht ein bis zwei Mal im Monat beim Fortgehen. Ich habe schon mehr geraucht, hatte auch schon Phasen, wo ich täglich bis zu 10 Zigaretten geraucht habe. Also soviel einmal zu meinem Hintergrund zu dem Thema. Ich bin kein militanter Gegner und führe auch keinen persönlichen Feldzug gegen Raucher. Ich bin auch glücklicherweise sehr suchtresistent, was allerdings die Wenigsten sind.
“Was ich mache, ist ja wohl meine Sache!” “Das ist meine persönliche Entscheidung, meine persönliche Freiheit ob ich rauche oder nicht!” “Das ist für mich ein Genussmittel, und das lass ich mir nicht nehmen!” – häufig gehörte Argumente der Raucher… allesamt Schwachsinn.
Rauchen ist eben nicht “eigene Sache”, sondern die eines jeden, der den Passivrauch einatmen muss. Viele Raucher tun das ab, sagen “scheiß di ned au” oder “Geh bitte”. Dass Passivrauch aber nicht vernachlässigbar ist, ist vielfach belegt.
Kleines Gedankenexperiment – stellen Sie sich vor, mein persönlicher Genuss wäre es, Ihnen ein paar Mykrogramm Cobaltchlorid alle zwanzig Minuten in ihr Getränk zu schütten. Hätte keine unmittelbaren negativen Konsequenzen für Sie, würde aber irgendwann ihrer Gesundheit schaden. Sie würden mich fragen, ob es mir nicht ganz gut geht und mich äußerst energisch dazu auffordern, das gefälligst zu unterlassen (wenn Sie mir nicht gleich eine betonieren würden) Wenn Sie als Raucher aber exakt das Gleiche machen, erwarten Sie Akzeptanz und “dass sich eben ned jeder so anscheißen soll”… warum scheißen Sie sich dann so an?!?
“Ja, das wiss ma alles! Es ist aber meine persönliche, freie Entscheidung! Und wennst di so anscheißt, dann geh hoit! Muaßt ja ned bei mir sitzen, wenn i rauch! // muaßt ja ned zu mir auf Besuch kommen, wenn’s di so stört!”
Genau, die eigene, persönliche Freiheit. Oder so… oder vielleicht eine schwere Sucht, die die Gehirnchemie nachhaltig verändert und dadurch in eine willenlose Abhängigkeit führt, die genau gar nichts mit Freiheit und eigener Entscheidung zu tun hat! Es geht sogar soweit, dass Raucher ihre Zigaretten gegenüber sozialen Kontakten vorziehen würden! Ein heftiger, eindeutiger Suchtbeweis!
Witzigerweise rechtfertigen Raucher ihre Sucht vor sich selbst mit dem Argument der Freiheit – gleichzeitig würden sie einen Heroin- oder Methamphetamin-Süchtigen Freund oder Verwandten bei gleicher Argumentation wahrscheinlich unter Tränen versuchen zu überzeugen, dass er krank sei und Hilfe brauche! Beide schädigen sich, beide wissen es und beide scheißen sich nicht darum. (Ist btw auch der Grund, warum ich hier keine Schäden von aktivem Rauchen verlinke – die kennt ja jeder. Ups…)
Gut, aber pfeifen wir mal auf das alles und danken wir doch den Rauchern, dass sie unseren Staat erhalten! So viel Geld, wie sie uns über die Steuern in die Kassen spülen! Und dabei ja auch noch früher sterben und uns somit jede Menge Pensionen ersparen! Quasi Märtyrer, die sich für die Allgemeinheit opfern!
Ja, genau… so halbwegs… fast… quasi… vielleicht… irgendwie… also… nicht… eigentlich. Eigentlich überhaupt nicht!
Rauchen kostet Millionen! Früher sterben und Tabaksteuer sind schön und gut, aber leider fallen Raucher nicht wie vom Blitz erschlagen tot um – sondern sie leiden, lange und behandlungsintensiv! Und das zahlt die Allgemeinheit!
Was wäre also die Lösung des Problems? Zigarettenpreise erhöhen? Schreckbilder auf die Packungen? Aufklärungskampagnen um wiederum Millionen von Euro, die genau nichts bringen, sondern gar noch einen gegenteiligen Trotzeffekt bewirken?!
Eher nicht – aber wie wär’s mit wirklicher Kostenwahrheit? Die Bankomatkarte muss ja jetzt schon beim Automaten zur Verifizierung benutzt werden – wie wär’s, wenn Raucher bei jedem Tabakkauf die eCard vorweisen müssten, auf der die Menge gekaufter Zigaretten registriert würde, wodurch der Sozialversicherungsbeitrag entsprechend angepasst werden könnte? Klingt doch fair, oder?
Ja, klar – das müssten wir dann beim Alkohol aber auch machen – ok, why not?! Und bei den Fetten?! Warum nicht – Meldepflicht für Übergewicht mit regelmäßigen Wiegungen, und wer ohne ärztlich attestierte medizinische Kondition gesundheitsschädigend übergewichtig ist, zahlt mehr in den Topf ein. Es geht eigentlich nicht fairer.
Gläserne Bürger?! Hilfe?! Überwachungsstaat?!? Hm… maybe, aber wollen Sie für die Herzerkrankung, die Raucherlunge, die Leberzirrhose oder das Diabetes derer zahlen, die ihr Leben lang alles dafür tun, um ihre Körper sukzessive zu zerstören?!

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