Bin ich ein Rechter?

Gespräche, die ich seit einigen Tagen und Wochen führen muss:

Jemand: “Ich find das scho sehr orgh, dass du so rechts geworden bist…”
Ich: “Wie kommst du zu der Aussage?”
Jemand: “Naja, was du da so immer schreibst in deinem Blog… mit scheiß Asylanten und Super FPÖ…”
Ich: “Hast du dir die Einträge überhaupt genau und ganz durchgelesen??!”
Jemand: “Naja, überflogen, aber ich wollt’s dann gar nimmer weiterlesen, weil sowas widert mich an und damit will ich ehrlich gesagt auch nix zu tun haben. An sowas will ich gar nicht anstreifen, weißt?”
Ich: “Also hast du meine Artikel nicht einmal gelesen, nur ein paar Schlagwörter und -begriffe herausgenommen und komplett entfremdet und verzerrt und verurteilst mich einfach als Rechten und willst aufgrund dieses Urteils die Basis deiner Argumentation, nämlich meine Blogeinträge, gar nicht erst genauer lesen…? Wahnsinnig intelligent.”

Jemand anderes: “… dass du so rechte Sachen schreibst, taugt mir überhaupt nicht.”
Ich: “Welche rechte Sachen genau?
Jemand anderes: “Naja, ich weiß nicht, wenn man deinen Blog so liest, dann hat man schon den Eindruck, dass du extrem rechts bist.”
Ich: “Weil ich versuche aufzuzeigen, dass inzwischen in der medialen und der weiten Öffentlichkeit nur noch blindlings “Rechts!” und “Nazi!” geschrieen wird, ohne dass noch irgendjemand genauer über Argumente nachdenkt?”
Es folgte ein längeres Gespräch über meine letzten Blogeinträge und die darin behandelten Themen, wo sich dann unisono herausstellte, dass jemand anderes meine Meinung teilte, und ich fragte: “Also bist du jetzt auch rechts?, woraufhin jemand anderes sich etwas zerknirscht bei mir entschuldigte.

Es ist also heute schon so weit gekommen, dass man kein einzig rechtes oder nationalsozialistisches Gedankengut vertritt und dennoch als Rechter abgestempelt und verurteilt wird. Weil man nicht geschrieben hat “die FPÖ sind alle Nazis!” oder dergleichen. Obwohl man sogar dezidiert vor der FPÖ gewarnt hat in seinen Artikel, aber trotzdem erklärt hat, dass die FPÖ keine Nazipartei, sondern aus ganz anderen Gründen brandgefährlich ist. (Anm. d. A.: Zwischen einer Partei, die ein paar irre Ewiggestrige in den Reihen hat, die teilweise wegen Wiederbetätigung verurteilt wurden oder in völliger geistiger Umnachtung den Holocaust leugnen und zwischen einer kompletten Nazi-Partei besteht halt dennoch ein großer Unterschied)
Doch das ist genau symptomatisch für das, was ich aufzeigen wollte mit meinen Artikel: Inzwischen denken die Menschen nicht mehr nach, sie urteilen nur noch. Die Linken genauso wie die Rechten.

Scheiß Ausländer, die kommen alle nur wegen unserer Kohle! Alles Verbrecher, verkaufen Drogen bei uns und gehen einbrechen! Gsindel!
Scheiß FPÖ-Wähler, alle Nazis! Die wollen alle Ausländer sofort abschieben oder am liebsten überhaupt wieder an die Wand stellen und erschießen, die dreckige rechte Brut!

Beides exakt die gleiche Denkweise, nämlich gar keine. Klar, es gibt unter den FPÖ-Wählern, erschreckenderweise, ewiggestrige, richtige Ausländerhasser und sogar Neonazis. Der Gedanke alleine lässt mich erschaudern.
Und es gibt auch unter den Zuwanderern einige, die aufgrund unseres Sozialstaats nach Österreich kommen und einige, die hier, teilweise organisiert, Verbrechen verüben.
Aber deswegen alle zu verurteilen? Das kotzt mich bei beiden Lagern extremst an.
Das Beste ist, ich habe in meinem Leben noch nie und werde auch nie die FPÖ wählen, und dennoch werde ich da in diesen Topf geworfen, nur weil ich mich ein bisschen eigenständig denken traue und mir die Aussagen einer FPÖ etwas differenzierter ansehe. Und weil ich gegen Hetze und Pauschalurteile auftrete, aber eben auch gegen die Linke. Das genügt schon, um von der Hetzwalze überrollt zu werden. Und das sogar von Leuten, wo ich eigentlich dachte, dass sie mich kennen.

Aber ich habe Verständnis. Denn es ist heute das Wichtigste, sich zu empören. Über alles Mögliche. Und natürlich sucht man sich da etwas Simples aus. Etwas, wo man sich nicht viel auskennen muss, wo man auch breiten Anklang findet und mit dem man prinzipiell einmal konform geht. Also gegen Nazis. Weil jeder vernunftbegabte Mensch ist gegen Nazis. Und wenn ich laut genug Nazi schreie, dann fragt mich auch keiner etwas Weiteres.
Wenn ich zur Asylfrage in Österreich laut schreie “Die FPÖ ist eine Arschloch-Nazipartei!!!” dann wird mir niemand widersprechen und vor allem: Ich muss nicht weiterreden. Weil richtig Ahnung hab ich von dem Thema nicht, von einem konstruktiven Lösungsvorschlag einmal ganz zu schweigen. Aber das brauch ich ja auch nicht. Denn ich hab mich ja als Anti-Nazi deklariert und das ist gut so. Und weil das so gut ist, mach ich das am Besten gleich immer! Egal wo.
Witzigerweise dürfte das für Bürger wie Parteien gelten, denn die haben auch keinerlei sinnvolle Antwort zur Asylfrage.

Bitter ist, wie schon mehrfach erwähnt, dass man damit den rechten, nationalstaatlichen Parteien in die Hände spielt. Denn ihre Wähler interessieren sich nicht für die paar hirnlosen rechtsaußen-Idioten in den Reihen der Freiheitlichen, sondern die interessieren sich für das Parteiprogramm, respektive die Versprechungen, die ihnen Strache macht und dafür, dass Politiker ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen und Antworten haben.
Die hat Strache zwar nicht, aber er verkauft es ihnen offenbar so, als ob.
Und wenn jetzt schon ein einfacher Blogger, der absolut nichts mit der FPÖ am Hut hat, als Rechter und als Nazi und als FPÖ-Parteisoldat hingestellt wird, dann sehe ich schwarz für die beiden kommenden Wahlen. Denn, wie in vorigen Einträgen ausführlich erklärt, erzeugt so etwas bei vielen Leuten nur Trotz und die wählen dann erst recht die FPÖ.
Zum Wahlsieg der Blauen gratuliere ich übrigens jetzt schon ganz herzlich allen linken Hetzern und den beiden Großparteien. Ihr habt echt alles dafür gegeben. Gut gemacht. Bravo!

p.s.: Ich habe bisher in meinem Leben zwei mal die NEOS gewählt, ein mal grün, zwei mal rot, ein mal schwarz und zwei mal, in purer Verzweiflung, weiß.
Und null mal blau.

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Wie kann die SPÖ-Linz nur

Die Linzer SPÖ protestiert gegen ein neues Massen(!)-Asylquartier in Österreich… etwas, wogegen übrigens jede Partei sowie jeder Experte unisono ist, nicht, weil alle Nazis sind, sondern weil es für die Asylanten zu unzumutbaren Zuständen kommt und sich, völlig klarerweise, dann auch die Stimmung aufheizt und es dann zu Konflikten untereinander und mit der umgebenden Bevölkerung kommt. (Gerade heute die Meldung über die katastrophalen Zustände in Traiskirchen)
Deshalb fordern ja auch viele eine Aufteilung auf viele, verstreute, kleine Quartiere, damit sich die Situation entspannt und die Integration in die ansässige Bevölkerung, wie schon oft gezeigt, wesentlich besser funktioniert.

Aber natürlich wird wieder berichtet mit “SPÖ Linz macht Stimmung gegen Asylanten” (wo?!?), “SPÖ fischt am rechten Rand” (wie gesagt, vertreten alle Parteien) usw., während hier auf FB wieder laut geschrieen wird “ihr widert mich an!” und “Wollt ihr die FPÖ rechts außen überholen?!” und natürlich “Nazis”, klarerweise…

Diese Gebärdung sind nicht nur lächerlich, sondern, wie in meinem letzten Blog erklärt, auch gefährlich.
Denn kaum versucht die SPÖ der Bevölkerung zu zeigen, dass eben NICHT die FPÖ die einzige Partei ist, die über das Asylthema nachdenkt und damit gewisse Sorgen und Ressentiments der Wähler ernst nimmt, wird sie medial und öffentlich abgestraft und abgewatscht. Und das, obwohl sie eine völlig normale, angemessene Forderung stellt, die sogar am allermeisten im Sinne der Flüchtlinge ist. Die werden sich zwei Mal überlegen, ob sie das Thema nochmal anschneiden – zack, wieder bestätigt sich der Eindruck, die FPÖ sei die Partei mit der meisten Asylkompetenz.

Zu dem Punkt: “Wie kann die SPÖ nur am rechten Rand nach Wählern fischen?! Erbärmlich, grauslich, widerlich!”
Himmelherrschaftszeiten, wo denn sonst?!? Die SPÖ verliert massiv Stimmen an die FPÖ, und zwar nicht weil alle Nazis abwandern, sondern weil viele Leute das Gefühl haben, eine SPÖ vertritt nicht mehr ihre Interessen in puncto Arbeit, soziale Sicherheit und ja, auch Zuwanderung auf welchem Weg auch immer.
Denn wenn immer mehr Leute mit Mitbürgern konfrontiert werden, die seit Jahren hier leben und immer noch nicht Deutsch können beispielsweise, ja, dann würden sie da halt gerne etwas dazu hören von der Politik. Da kommt aber nix – totgeschwiegen von allen, außer der FPÖ, die damit massig Wählerzustrom bekommt.
Wo soll man also diese fehlgeleiteten Schäfchen denn sonst abholen, als von rechts? Nur wie ist die Frage?

Wenn man die Themen aufgreift wird man sofort beschimpft und abgestraft, also lässt man es… und führt, wie in Wien, einen Anti-FPÖ-Wahlkampf. Nur wird das furchtbar in die Hosen gehen.
Denn was suggeriert die SPÖ ihren verlorenen Wählern damit?! “FPÖ ist böse, rechts und gefährlich!” – was aber eben diese Wähler nicht so empfinden! Die ignorieren die geistlosen Rechtsausritte einiger FPÖ-Mitglieder und hören primär auf Strache – und der hat sich seinen größten Fauxpas diesen Samstag geleistet, als er natürlich den ‘nicht ausgeschlossenen religiösen Hintergrund’ sofort auf Facebook hervorhob – der aber sonst kein radikal rechtes Gedankengut vertritt, sondern, vor allem in Diskussionen, zwar konservative und nationalistische Forderungen vorbringt, aber bei weitem nicht das, was ihm nachgeschimpft wird.
Wenn man die FPÖ also dämonisiert erzeugt man bei den an sie abwandernden Wähler nur erneut und verstärkt den Eindruck, dass man sie und ihre Probleme, Sorgen und Ängste nicht versteht, nicht ernst nimmt oder sie überhaupt gleich als Ausländerfeind, Rassist und Nazi verurteilt, nur weil sie solche Gedanken haben – also treibt man sie noch mehr in die Arme der FPÖ.
Nebenbei erwähnt, wenn die eigene Partei, sowie alle Medien und auch viele Freunde, alle beschimpft und verurteilt, die ähnliche Sorgen und Ängste wie man selbst hat und jene Bedenken natürlich deshalb auch nicht anspricht, weil allein das schon rechts und böse und nazi ist, dann traut man sich es niemals öffentlich zu sagen, aber wird in der Wahlkabine vielleicht doch ein Kreuzerl bei der FPÖ machen. Und nein, kein Hakenkreuz. Ein normales. Ein Wählerkreuz.

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schreien so laut sie wollen

Daher, Frau Innenminister, wäre es einmal möglich auch neue Wege zu gehen und zu überlegen, ob man nicht vielleicht mit der Hercules-Maschine abschieben könnte, denn dann könnten sie da drinnen schreien, so laut sie wollen. [sic]

Das also hat eine Nationalratsabgeordnete der FPÖ von sich gegeben. Man wird sofort an die NS-Zeit erinnert. Bilder von Deportationszügen in die Konzentrationslager flammen in einem auf. Menschen, die wie Massenvieh abtransportiert und zu ihrer Exekution geführt werden. Oder zumindest werden viele Leute auf FB scheinbar sofort daran erinnert und finden dann die blumigsten und kreativsten Beschimpfungen für diese Frau, ihre Partei und all ihre Wähler. Denn spätestens jetzt könne man sehen, dass diese Partei eindeutig aus dem rechtsrechten Eck agiert und der Ideologie der Nazis nacheifert.

Oder aber, es geht eigentlich gar nicht darum, irgendwelche neuartigen, böstartigen, abartigen, menschenverachtenden, menschenrechtsverletzenden, kriegsverbrecherischen Greueltaten wahllos gegen Menschen fremder Herkunft zu begehen, sondern es geht darum, auch jetzt bereits ganz normal durchgeführte, gesetztlich, verfassungsrechtlich und menschenrechtlich vollkommen legitimierte Abschiebungen bei negativem Asylbescheid so reibungslos wie möglich durchführen zu können.

Jup, denn vorher berichtet Belakowitsch-Jenewein von den oftmals auftretenden Problemen, wenn sich Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, gewalttätig zur Wehr setzen, um eine Abschiebung so lange als möglich hinauszuzögern. Das kostet Kohle. Das verzögert Prozesse. Und das bedeutet schlechtere Zustände für Asylanten.

Übrigens verursachen auch die unzähligen Berufungsverfahren bei negativen Asylbescheiden jene ewig langen Verfahren, die ständig kritisiert werden. Da werden dann  Zeugen im Heimatland angegeben, die nie auffindbar sind. Da werden alle Register gezogen, um das Verfahren so lange wie möglich hinauszuzögern, um dann vom Asylantrag auf ein Bleiberecht umzumünzen. Man darf den NGOs dafür zuklatschen. Und dann heißt es: Wie unmenschlich, wenn die Verfahren so lange dauern. Ein bisschen ironisch, oder?

Und wenn sich dann noch buchstäblich mit Händen und Füßen gewehrt wird, gegen die Ausführung eines gültigen Gerichtsbeschlusses, nur um mit aller Gewalt irgendwie das Gesetz zu umgehen, und sei es mit Tritten, Bissen und Schreiorgien, sodass ein Mitflug an Bord einer Linienmaschine unmöglich wird – kann das natürlich zum Problem werden. Und nochmal, da geht’s nicht um eine Mutter mit ihren zwei Kindern die aus Syrien geflohen sind und die Hilfe brauchen, aber die man fieserweise hämisch lachend und sich die Hände reibend wieder zurück nach Syrien verfrachtet. Da geht es um ganz normale Abschiebungsverfahren, wie sie tagtäglich rechtmäßig und völlig rechtskonform durchgeführt werden. Um nichts anderes.

Aber viel wichtiger: Könnten jetzt bitte alle endlich mit dieser Rechten-Nazi-Scheiße-Suchspiel-Hetzjagd aufhören, die keinem Menschen was bringt? Ja, ich weiß ihr seid ultralinks und gutestmenschen, aber mit diesem ewigen “Nazi”-Geschreie zu jedem und allen, ohne dass ihr auch nur eine Sekunde darüber nachdenkt, helft ihr niemandem, außer der FPÖ.

Die FPÖ ist keine Nazipartei. Ist so. Sie hat ein paar rechte Recken in den Reihen, aber eher gehabt, als hat, und sie verfolgt eine restriktive Ausländer- und Zuwanderungspolitik. Ihre Asylpolitik ist übrigens genau die Gleiche wie von den anderen Parteien, nur trauen sie sich als einzige das Thema ansprechen, weil alle anderen Parteien schon Angst haben, allein das Wort “Abschiebung” in den Mund zu nehmen, ohne als rechte Nazischweine beschimpft zu werden.

Wie schon in einem vorigen Blog erwähnt, treibt man der FPÖ aber die Wähler zu, wenn man ständig “Nazis, Nazis, Nazis” hinschreit. Nicht, weil alle Nazis sind und sich zu ihresgleichen gesellen wollen, sondern weil es auf die Nerven geht und eine Trotzreaktion verursacht.

Vor allem gibt es so viele andere, reale Gründe, warum man vor der FPÖ Angst haben sollte. Die FPÖ ist die vielleicht planloseste Partei von allen. Sie hat in Wahrheit kein einziges Konzept für Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Außenpolitik, Bildung oder Verwaltung. Wenn Sie mal einen Plan hat, dann ist es die Überlegung aus der EU auszutreten, den Schilling wieder einzuführen, die Flat Tax zum Steuermodell zu erheben oder sie fordert Daham statt Islam (Was ich immer noch nicht verstehe – wer wohnt denn in seiner Religion? Und selbst wenn, wäre das nicht mitpreisentlastend?!?)

Die FPÖ hat uns schon bewiesen, dass sie genauso korrupt ist, wie SPÖ und ÖVP. Sie hat uns gezeigt, dass sobald sie an der Macht ist, sie sich genau so anfüttert, wie die beiden ehemaligen Großparteien es seit Jahrzehnten tun. Und wir haben gesehen, welch katastrophale Ausmaße eine Landesregierung einer FPÖ (dann BZÖ) anrichten kann, die schlussendlich sogar den gesamten Staat in die Misere reißen (dank Mithilfe von SPÖ und ÖVP).

Sie sehen, es gibt so viele, so unterschiedliche, so stichhaltige und absolut argumentativ belegbare Gründe, die FPÖ nicht zu wählen und auch wirklich davor Angst zu haben, dass sie in die Verlegenheit einer Regierungsverantwortung kommt.

Aber sich einfach nur hinstellen, und sie als Nazis zu beschimpfen gehört leider nicht dazu. Ja, ich weiß, es ist halt so schön einfach, wenn man sich über “diese Greuel” empören kann. Weil es ist simpel. Man hat ein klares Feindbild. Man definiert sich sofort als Menschenfreund. Es ist sozial in vielen Kreisen nicht nur toleriert sondern groß und breit akklamiert, ja fast schon gefordert, sich von den rechten Dreckschweinen abzugrenzen. Nur ergibt es halt absolut keinen Sinn.

Und wenn man noch so jede Aussage sofort auf die Nazi-Liste legt und schimpft und schreit und zetert, dadurch wird es nicht richtiger. Bitte, bitte, bitte, bitte… hört auf mit diesem Unsinn. Ihr schweißt die FPÖ-Gemeinschaft nur noch stärker zusammen und außerdem ermöglicht ihr damit eines: Das sie die einzige Partei bleibt, die sich diese Problematiken anzusprechen traut – womit ihr ihr noch mehr Wähler in ihre Arme treibt.

Denn nicht zuletzt weil viele sich von den beiden Großparteien allein gelassen fühlen bei ihren Sorgen vor Arbeitsplatzverlust durch die Ostöffnung und durch Wirtschaftsflüchtlinge (siehe Burgenland & Ungarn, sie Bauwirtschaft, siehe Gastro, etc.), vor Überfremdung im eigenen Viertel (siehe zig Gegenden und teilweise ganze Bezirke in Wien), vor Verlust der eigenen Kultur und Identität (siehe Schweinefleisch- und Nikolausverbot in Kindergärten) und vor aus dem Osten kommender Kriminalität (siehe Ausbeute bei kurzzeitig wieder eingeführten Grenzkontrollen für den G7-Gipfel) – man möge diese Sorgen und Ängste slbst sehen wie man will. Ich zum Beispiel habe sie kaum bis gar nicht. Aber viele andere Menschen haben sie. Und die muss man ernst nehmen. Und von der Hand zu weisen sind diese Dinge ja auch nicht. Oder auch nicht wegzureden. Oder totzuschweigen. Blöderweise tun das aber SPÖ und ÖVP wie die Weltmeister. Wer gewinnt? Die FPÖ.

Und wenn diese Themen so dermaßen stigmatisiert sind und man automatisch zum Nazischwein wird, nur weil man sagt, dass es gewisse Probleme einfach gibt, dann traut sich das keiner mehr sagen, außer die, denen es egal ist, wenn man sie als Nazis beschimpft. Weil sie wissen, dass es nicht stimmt, und weil sie vor allem wissen, dass es ihren Wählern egal ist. Und ihren potenziellen Wählern auch. Allen 30%.

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Das rechte Pfui

Menschen, die aus einem Kriegsgebiet fliehen ist zu helfen. Punkt. Ich schreibe den Punkt extra noch einmal hinten dran, um die Unumstößlichkeit dieser Aussage zu unterstreichen.
Wissen Sie, wer das ziemlich genau so sieht? Die FPÖ. Jup. Und übrigens auch die meisten ihrer Anhänger.
Die sind nämlich gegen Asylmissbrauch, nicht gegen Kriegsflüchtlinge. Gegen Wirtschaftsflüchtlinge, die dezidiert nach Österreich wollen, um vom Gieskannensozialstaat zu profitieren. Ohne nennenswerte Ausbildung oder Jobaussicht.
Also haben wir im Endeffekt eine Situation, in der die einen schreien: “Stopp den Asylmissbrauch!” und die Antwort ein “Scheiß Nazi!” der anderen ist.
Hat halt miteinander wenig zu tun. Noch besser dann, wenn kommt “Wie können die Österreicher (gemeint sind dann alle FPÖ-Wähler, was eigtl nur weniger als ein Drittel ist) nur wollen, dass eine Mutter mit ihrem Kind zurück in den Krieg geschickt wird um zu sterben?!?!?” oder “Woher kommt der Hass, dass wir Österreicher Flüchtlinge im Mittelmeer, Frauen und Kinder, ersaufen lassen wollen und sogar erschießen?! Wie herzlos ist unser Land?!” Beides natürlich völlig vertrottelte Aussagen, hinter denen so gut wie niemand steht…
Aber wenn man gegen so eine Aussage ist und sich auch öffentlich dafür stark macht, und damit meine ich ‘Gefällt mir’ auf Facebook drücken, dann ist man natürlich selber gut. Und wer will nicht ein guter Mensch sein?
Ahso, ja, klar, die offensichtlich Bösen. Das Feindbild. Die Nazischweine. Die rechten Wixer. Die zur Selbstabgrenzung, zur Selbstdefinition, aus Komplexen, Dummheit, Ignoranz und Intoleranz in einer bestimmten Menschengruppe ein in Wahrheit nicht vorhandenes Feindbild erschaffen und gegen jenes hetzen, nur um sich selbst besser zu fühlen und den eigenen Zusammenhalt zu stärken.
Lesen Sie den letzten Satz jetzt nochmal und denken dabei an die Linken… oder sich selbst von mir aus, und wie jene, oder Sie, über Nazis reden und sich anhand der Abgrenzung und Beschimpfung jener nach außen hin definieren. Dazu der nächste Gedanke, dass die Nazivorwürfe einfach aus der Luft gegriffen sind. Vor allem die pauschalen. Genau wie die pauschalen Verbrecher- und Drogendealervorwürfe gegen Asylwerber. Beides nennt sich Populismus. Nur dass der linke Populismus wesentlich untergriffiger und empörender ist als der Rechte, denn beide werfen der Gegenpartei Straftaten vor, aber ich würde mir lieber vorwerfen lassen, ein Drogendealer als ein Nazi zu sein.
Witzig ist vor allem, dass der Asylmissbrauch, gegen den die FPÖ wettert, von jeder anderen Partei genau so verurteilt wird, sogar von den Grünen. Nur sagen es die halt nicht so laut, sonst könnten sie mit ihrer Basis nicht mehr “Nazis” mitschreien.
Aber klar, so wie die einen Asylantenschweine schreien, schreien die anderen Nazischweine. Beides dumm. Beides irgendwas. Aber beides selbstdarstellerischer Populismus.
Beides fußt auf irgendeiner Form von Realität. Bei den einen gibt es tatsächlich viele Ressentiments gegen Fremde, bei den anderen gibt es tatsächlich zum allergrößten Teil negative Asylbescheide, weil kein Asylgrund vorliegt oder weil eigentlich ein ganz anderes Land Erstaufnahmeland war (und dennoch wollen sie unbedingt nach Österreich – ob das nicht doch was mit dem Sozialstaat zu tun hat?). Deswegen sind aber weder die einen, noch die anderen pauschal Nazi- oder Asylantenschweine.
Aber sich vom rechten Pfui abzugrenzen und es in jeder erdenklichen Form zu verabscheuen ist halt total gut, und guter und gutest, sogar, wenn man das rechte Pfui erst dazuerfinden muss, um sich nachher davon abgrenzen zu können.

p.s.: Diese Pauschalverurteilung erzeugt bei den FPÖ-Wählern und auch bei vielen potenziellen eine Trotzreaktion, die dann ein “Na wenn ihr meint, bin ich das halt, mir egal, aber meine Meinung lass ich mir nicht verbieten!” bewirkt.
Witzigerweise verstehen die Linken das total gut wenn Migranten gegen Österreich und seine Bewohner schimpfen: “Natürlich, bei der Pauschalverurteilung, nur weil einer ein Ausländer ist, ihm gleich vorwerfen, er sei ein Arbeitsloser oder ein Verbrecher – klar werden die dann trotzig und aggressiv!” – Denkaufgabe: Ersetzen Sie im letzten Satz ‘Ausländer’ mit ‘FPÖ-Wähler’ und ‘Arbeitsloser oder ein Verbrecher’ mit ‘Ausländerfeind oder ein Nazi’ und Sie werden vielleicht einiges besser verstehen, oder auch nicht. Weil als Linker sind Sie wahrscheinlich ein Kiffer. Und die sind alle dumm.

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