Sie sind ja selbst schuld

Unter den jungen Menschen beträgt die Arbeitslosigkeit aktuell an die 50% in Griechenland. Spitäler und Krankenhäuser sind unterbesetzt oder teilweise komplett geschlossen. Die Polizei im Land arbeitet nur vermindert bis gar nicht. Öffentliche Institutionen funktionieren kaum mehr. Gehälter werden nicht ausbezahlt. Leute können sich ihr Essen nicht mehr leisten.

Das ist der aktuelle Stand in Griechenland. Selbst schuld, sagen viele. Sie haben es ja über Jahrzehnte verbockt. Haben ihre Steuern nicht bezahlt, haben Pension für Verstorbene kassiert, usw. Jetzt müssen sie die Suppe eben auslöffeln. Aber wir helfen denen auf jeden Fall nicht mehr. Was sollen wir ihnen nicht noch alles an Milliarden in den Rachen schieben während sie nicht bereit sind, ein paar Einsparungen hinzunehmen. Anzumerken wäre hier, dass diese ‘paar Einsparungen’ jenen Zustand ergeben, den ich gerade vorhin beschrieb.

Selbst schuld ist ein äußerst interessanter Vorwurf, das muss man ihm schon lassen. Einerseits ja, die Griechen haben ihre Steuern über Jahrzehnte nicht gezahlt. Sie haben tatsächlich Pensionen für bereits Verstorbene kassiert. Und sie haben ihren Sozialstaat ausgenutzt. Genadenlos. Dazu kam dann eine verantwortungslose Kreditpolitik in den Anfangsjahren des Euro und danach die große Finanzkrise. Boom – Staatspleite.

Anderseits – ist es nicht eigentlich die Schuld ihrer Politiker? Immerhin wäre es ja nicht so schwer, Steuern einzufordern. Oder Steuerhinterziehung zu überprüfen. Ist ja wohl kein Ding der Unmöglichkeit. Auch die Lebendigkeit eines Rentners ist wohl staatlich feststellbar. Und genau so wenig war es notwendig, das Geld mit beiden Händen zum Fenster rauszuwerfen, als der Euro da war.

Anders gefragt: Sind die Bürger schuld an den Handlungen ihrer Politiker? Immerhin haben sie sie gewählt. Also so gesehen, ja. Und damit wären die Griechen ja auch wieder an ihrem eigenen Schicksal schuld. Jedes Volk erhält die Regierung, die es verdient.

280,2 Milliarden Euro. 280 Milliarden 200 Millionen. 280 200 000 000. Das letzte ist kein IBAN, das ist der aktuelle Schuldenstand Österreichs numerisch ausgeschrieben. Neuer Rekord (applaudier). Sind fast 85% dessen, was wir jedes Jahr als Staat umsetzen. Erlaubt sind laut Maastricht 60%. Hypo hin oder her, der Schuldenberg wächst jedes Jahr kontinuierlich weiter.

Fühlen Sie sich für diese Schulden… schuldig? Ich wende nur die gleiche Logik auf Österreich an, wie auf Griechenland. Unsere Politiker sind schuld an dieser katastrophalen, fast schon pervers fahrlässigen Haushaltspolitik. Aber Sie haben sie ja gewählt. Selbst wenn Sie nicht rot oder schwarz gewählt haben. Blau hat uns schon zwei mal bewiesen, welche Katastrophe sie für unser Land und unsere Wirtschaft bedeuten und ihre aktuellen Ideen sind noch weit haarsträubender, wenn man an einen Euro- oder EU-Austritt denkt. Die Grünen beweisen uns gerade in Wien, dass sie die vielleicht sinnlos verschwenderischste Partei in der Geschichte der zweiten Republik sind. Universitätsbeauftragte, Radfahrbeauftragte, Fußgängerbeauftragte, Fugänger-Wegschilder, etc.

Rot und Schwarz sind natürlich aber die beiden Haupttäter, die unseren Staat und unser Land systematisch vernichten, zerstören, zerschmettern und mit aller Macht und Gewalt in den Erdboden fahren. Ungespitzt. Diese Parteien und ihre Akteure belügen, betrügen, bescheißen und bestehlen uns wo es nur geht. Ja, das ist die einfache, simple Wahrheit. Die Freunderlwirtschaft ist das Einzige was zählt, dort wird gepackelt, daneben gesackelt und das ultimative, und nebenbei auch einzige, Ziel ist der kurzfristige Selbst- und Machterhalt. Lippenbekentnisse zu Reformen sind reine Verhöhnung, nirgendwo wird eingespart oder abgeschlankt. Wenn etwas passiert, dann werden Steuern erhöht.

Von der Verwaltungsreform höre ich schon länger, als ich denken kann. Nichts dergleichen ist je ernsthaft in Angriff genommen worden. Im öffentlichen Sektor werden weiterhin Posten vergeben und verschenkt, dass einem die Magensäure ein Loch in den Bauch brennt. Bei der ÖBB liegt das durchschnittliche Pensionsantrittsalter weiterhin bei unglaublichen 53 Jahren, inklusive fetter Pension und sonstiger diverser Begünstigungen. Die durchschnittliche Arbeitssituation der öffentlich Bediensteten (Spitalsärzte ausgenommen) kann man aus dem Privatsektor nur in einem Zustand explosionsartiger Implosionsgefahr beobachten, weil man nicht weiß, ob man so schreien möchte, dass es einen zerreißt, oder so weinen, dass man in sich zusammenfällt.

Das sind eure Parteien, die ihr wählt. Die SPÖ. Die ÖVP. Die FPÖ. Die Grünen. Alle vier. Gleichermaßen. Macht euch da nichts vor! Und ihr seid schuld daran, dass sie das alles tun können. Ihr alleine lasst das zu. Nein, im Gegenteil, ihr ermöglicht es. Mit eurer Stimme, die ihr einer dieser Parteien schenkt.

In Griechenland haben sicher auch viele gesagt “Ja, was soll man machen, ich wähl’s halt, die anderen sind ja um nix besser” und seht wo sie jetzt stehen. Nicht am Abgrund. Nein, fünf Meter dahinter. Im freien Fall.

Hört auf, diese etablierten, angefetteten, selbsterhalterischen, systemzerstörenden Parteien an der Macht zu halten. Seht euch neue Alternativen an. Lest euch neue Parteiprogramme durch. Tut etwas! Oder haltet die Klappe wenn euch die Regierungsarbeit nicht passt. Immerhin habt ihr sie gewählt.

p.s.: Der ‘Grexit’ ist ein schon lange überfälliger und notwendiger Schritt. Was die Troika getan hat ist nichts Anderes, als das Leid der Griechen zu verlängern. Denn die aktuellen Zustände in Griechenland gleichen jenen, wie wir sie bei der Staatspleite in Argentinien vor einigen Jahren gesehen haben. Mit einem gewaltigen Unterschied. Argentinien konnte sein Geld abwerten, die Exporte steigern und somit die Wirtschaft ankurbeln und befand sich nach einigen Jahren griechischer Zustände wieder auf einem Weg der Besserung.
Seit die EU den Griechen hilft, ist es ihnen immer nur kontinuierlich schlechter gegangen und das ohne jegliche Aussicht auf Erholung
Der Vertrauensverlust in die EU wäre marginal, der Euro würde kurzzeitig etwas abgeschwächt, was den Exporten nicht schaden würde und er würde sich bald wieder erholen. Warum wäre der Vertrauensverlust in die EU so marginal?
Was wirkt vertrauenswürdiger? Eine Staatengemeinschaft, die es über 5 Jahre nicht schafft, einen kleinen, nicht-systemrelevanten Staat wieder auf die Beine zu kriegen? Die völlig hilf- und sinnlos Geld hineinpumpt, ohne irgendwelche Verbesserungen zu erreichen, sondern im Endeffekt eine mittlere Katastrophe in dem Land auslöst? Die damit der ganzen Welt zeigt, dass sie keine schlagkräftige, entscheidungsfreudige und vor allem kompetente Union ist, sondern ein Haufen ahnungsloser, planloser, zielloser und hilfloser Kleinkinder mit großen Geldsäcken, die ihnen die eigenen Steuerzahler auffüllen?
Oder eine Staatengemeinschaft, die sagt ‘Freund, du kannst derzeit nicht mit uns mithalten in der Wirtschaftsleistung. Wir setzen deine Mitgliedschaft auf Eis, bis du dich erholt hast und werden dich dabei natürlich wo es geht unterstützen. Und gestärkt kommst du wieder zu uns und verstärkst unsere Gemeinschaft.’ und die somit ihre Stabilität und Stärke sicherstellt und nach außen repräsentiert?
Entscheiden Sie selbst.

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