4 Wochen zum Tag X

Die Angst in Wien ist groß. Strache ist am absoluten Siegeszug. Er ist derzeit in allen Umfragen auf Platz 2, doch gerade bei dieser emotional extrem geladenen Wahl dürfte die Dunkelziffer der Blauwähler höher als je zuvor sein. Am 11.Oktober könnte den Roten das sprichwörtliche blauste Wunder ihres Lebens drohen.

Immer mehr Menschen distanzieren sich von der FPÖ und ihren Wählern, setzen ein Zeichen gegen Rechts, gegen Hetze, gegen Hass, gegen Vorurteil und Propaganda. Sie treten dagegen auf, dass man alle Flüchtlinge als Wirtschaftsflüchtlinge und Sozialschmarotzer bezeichnet, dass Horrorszenarien von Überfremdung, Islamisierung und Parallelgesellschaft propagiert und instrumentalisiert werden, um ein Klima der Angst zu erzeugen und dass durch Meinungs- und Stimmungsmache eine Atmosphäre des Hasses und der Feindseligkeit geschaffen wird.

Ihre Mittel dagegen:
Sie bezeichnen alle FPÖ-Wähler pauschal als Nazis, beschimpfen sie und geifern in ihren Hassreden gegen sie, ohne auch nur in irgendeiner Art und Weise zu differenzieren. Genau wie es die wenigen tatsächlichen Rechten mit Moslems machen, sie alle als Islamisten, Terroristen und als rückständige Kameltreiber beschimpfen und sich ebenfalls in Rage reden, wenn sie über sie sprechen.
Sie warnen vor dem großen Rechtsruck, finden in jedem nächstbesten Gesprächspartner einen ‘versteckten’ Nazi, sobald er sagt, er mache sich vielleicht Sorgen um Österreich oder ob der Flüchtlingszahlen und sie reden von einem Zustand wie damals, kurz vor’m Holocaust. (Was für ein völlig absurder, abartiger, geschmackloser und makaberer Vergleich ist das eigentlich bitte?!) Genau so, wie die wenigen tatsächlich Rechten vor der drohenden Islamisierung warnen, vor dem heiligen Krieg, den all die Moslems nach Österreich bringen und vor der feindlichen Übernahme des Abendlandes durch die muslimische Unterwanderung.
Sie lassen keine Gelegenheit aus, um lautstark ihren tiefen Hass und ihre inbrünstige Abscheu gegen jeden FPÖ-Wähler zum Ausdruck zu bringen, haben ein absolut unumstößliches Pauschalurteil zur Hand, sobald sie erfahren, dass jemand die FPÖ wählt und weichen davon auch keinen Millimeter ab. Genau wie die wenigen tatsächlich Rechten ihre Feindlichkeit gegen beispielsweise Moslems äußern und ihre Kultur und ihre Vertreter unisono verdammen.
Sie lehnen jeglichen Dialog ab, sondern schalten auf stur, wollen ihren Hass nur befeuern aber keinesfalls entkräften lassen, in dem sie sich vielleicht neue, andere Sichtweisen oder Meinungen anhören und dämonisieren stattdessen jegliche Annäherung an diese Partei, im Stile ‘Was?!?! Na bitte, der is a so a rechte Sau?!’ Genau so, wie es die wenigen tatsächlich Rechten machen, wenn sie sich beispielweise der islamischen Kultur komplett verschließen und absolute Ausschließung selbiger verlangen.
Sie werden paranoid und sehen in jedem zweifelhaften Wort und jedem von ihrer Sichtweise abweichenden Gedanken eine versteckte Ausländerfeindlichkeit, eine  unterschwellige Anhängerschaft des Nationalsozialismus (manchmal frag ich mich, ob sie überhaupt wissen, was die NS-Bewegung tatsächlich ist und was sie da Menschen überhaupt vor und an den Kopf werfen?!) Genauso wie die wenigen tatsächlich Rechten in jedem türkischen Volksfest eine Radikalisierung sehen und in jeder Frau mit Burka eine mögliche Selbstmordattentäterin.
Sie erklären, dass es keinen Sinn hätte mit einem Rechten zu reden, weil er eh zu blöd wäre, die Argumente zu verstehen und sich so einer nicht mehr ändern würde. So wie es die wenigen tatsächlich Rechten über Moslems behaupten, dass man mit denen nicht reden könne, weil man ihre rückständige Mentalität nicht mehr aus ihnen herausbekäme.
Und sie nehmen eine radikale Minderheit einer Gruppe und setzen damit die gesamte Anhängerschaft gleich, werfen allen FPÖ-Wählern vor, Asylwerbern den Tod zu wünschen oder sie mit Flammenwerfern begrüßen zu wollen, während es in der Realität vielleicht ein paar Tausend, vielleicht Zehntausende sind. Ein geringer Prozentsatz der gesamten FPÖ-Wählerschaft, mit dem die meisten wahrscheinlich gar nichts zu tun haben wollen. So wie die wenigen tatsächlich Rechten in jedem Moslem einen Islamisten sehen.

Merken Sie es langsam!?! Ich habe es oft geschrieben, doch ich werde nicht müde es zu schreiben. Die momentane populistische Linke ist brandgefährlich und bedient sich der Mittel und Strategien von ganz rechts außen, in der festen Überzeugung, ‘das Gute zu vertreten’. Sie hetzen, hassen und verurteilen pauschal mit gefährlichen und aggressiven Vorurteilen, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken.
Und es wird langsam grotesk. Ich habe letztens ein Gespräch einiger Personen mitbekommen, wo eine Person erzählte, dass sie immer mehr Leute aus ihrer Freundesliste lösche, wenn sie mitbekäme, dass jene eventuell die FPÖ wählen. Na das is ja mal schön gelebte Offenheit und Toleranz. Wo eine Person den schrecklichen Zustand der Radikalisierung und des Hasses dieser Scheißnazis dieser dreckigen beklagte, wobei sie leider nicht ihre eigene erkannte. Und wo von einer dritten Person vom Wahlkampfauftakt der FPÖ im 10. Bezirk berichtete. Dort würden die Leute ‘total gehirngewaschen, da würde vor dem Auftritt Straches nur Musik auf deutsch gespielt’ Aha. Seit wann bitte ist deutschsprachige Musik Gehirnwäsche?!? Geht’s noch?!?!?

Doch das ist die momentane Situation. Die Hetze und der blinde Pauschalhass von links übersteigt inzwischen zahlenmäßig den von rechts bei weitem, wird aber gesellschaftlich nicht nur akzeptiert, sondern sogar oft beklatscht.
In diesem Klima wird, wie eingangs erwähnt, die Dunkelziffer der Blauwähler wesentlich höher sein, als früher noch. Denn wer heute sagt, er wähle die FPÖ, der muss damit rechnen, als Nazisau beschimpft und angefeindet zu werden, obwohl er nichts mit dem Nationalsozialismus am Hut hat und mit den verstreuten rechten Recken nichts zu tun haben will, sondern einfach die alten Machtbonzen von Rot und Schwarz abwählen und der grünen, linkspopulistischen Verbots- und Gebotspartei ebenfalls keine Stimme geben will. Aber da hört ihm niemand zu, wenn er das erklärt. Also sagt er es nicht. Auch nicht in den aktuellen Umfragen.
Und so könnte am Ende am 11. Oktober die FPÖ tatsächlich Erster werden. Ohne Konzept, ohne Plan, ohne Kompetenz, ohne Strategie. Mit den Mitteln, die Stadt weiter in den Ruin zu treiben.
Zumindest all das Geschrei über eine neue Nazizeit ist völliger Schwachsinn, aber Schlechtes wird es uns trotzdem genug bringen. Denn was die FPÖ anrichtet, wenn sie an der Macht ist, hat sie schon auf Bundesebene zwei Mal und in Kärnten schon mehrmals bewiesen. Aber nicht damit, dass sie Deportationslager errichtet hätte oder sonstige heraufbeschworene Abartigkeiten in die Wege geleitet hätte.

Aber das ist vielleicht gar nicht die größte Gefahr. Sondern vielleicht ist es jene, wo wir uns vor offenen Straßenschlachten am Abend des 11. Oktobers und den Tagen darauf fürchten müssen, wenn eine Vielzahl von ‘besorgter und entrüsteter’ Linker in ihrem neuen Radikalismus auf die Straße gehen und ‘den Anfängen wehren’ wollen, indem sie mit Gewalt und Kampf gegen eine demokratisch gewählte Partei vorgehen, die ihnen nicht passt. Und wenn dann der rechtsradikale Anteil sich auch noch dagegen stellt, dann haben wir’s schön, wie man auf wienerisch sagt.

Ich plädiere hier wieder für eine Entradikalisierung. Hört auf zu hassen und zu hetzen, zu verurteilen und zu verteufeln, sondern sprecht mit den Menschen, ruhig, friedlich, auf Augenhöhe und amikal. Wertet nicht ab und dämonisiert nicht. Hört zu, nehmt ernst und redet mit den Menschen.

Denn in der gesamten Geschichte der Menschheit kam es noch nie vor, dass einer einen anderen mit den Worten ‘du verfickter Hurensohn!’ beschimpft hat und der andere daraufhin sagte ‘Oh, achja, du hast recht, jetzt sehe ich ein, dass meine Meinung fehlgeleitet war.’

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