Die Flüchtlings- ist auch eine Medienkrise

“Lügenpresse!” “Sie wollen uns die Wahrheit verschweigen!” “Alles gesteuert und gekauft von der Regierung und Konzernen, die alle einen großen Plan haben, in dem wir nur die Bauernopfer sind!”
Diese und noch viel abenteuerlichere Theorien über und Anschuldigungen gegen die Medienlandschaft finden sich in zahlreichen Foren, Postings und Kommentaren.

Irr, oder? Aber ist es wirklich so irr? Warum sind die Berichte der verschiedenen Medien so dermaßen unterschiedlich? Warum berichten die einen Nachrichten ausschließlich von vor Krieg und Tod flüchtenden Familien mit kleinen Kindern, während andere uns Bilder einer jungen, männlichen Dschihad-Streitmacht zeichnen, voll von Vergewaltigern, Mördern und Terroristen?! Wie kann es sein, dass mehrere Medien mit dem exakt selben ‘Auftrag’, nämlich objektiver Berichterstattung, zu so dermaßen unterschiedlichen Realitäten gelangen?! Das ist doch eigentlich unmöglich, oder?

Sind es also doch finstere Hintermänner, die die Wirtschaft, die Politik und die Medien mit eiserner Hand im Griff haben und ganz genau steuern, was wir hören, lesen oder sehen?
Nun, so etwas mag es vielleicht im neuen James Bond geben, aber in der echten Welt gibt es keine Spectre, die alles reguliert. Das würde auch nie funktionieren. So etwas würde viel zu schnell an die Öffentlichkeit dringen.

Aber was steckt dann dahinter?
Die Wahrheit ist wesentlich simpler und banaler, aber mindestens genau so erschreckend. Journalisten sind Menschen und Medien sind Unternehmen. Lassen Sie mich das erklären.

Menschen haben persönliche Überzeugungen. Sie glauben an Dinge. Sie haben Meinungen. Sie haben Ideologien. All das haben auch Journalisten. Ressortleiter. Chefredakteure.
In der vermeintlich intellektuellen Szene ist es en vogue komplett pro Willkommenskultur, pro offene Grenzen und pro Realitätsverweigerung zu sein. Es ist dort guter Ton, jeglichen, wie auch immer gearteten, kritischen Gedanken sofort als rechtsaußen-Braunschmutz zu verteufeln und mit aller Macht vehement die Idee zu vertreten, dass jeglicher Versuch eines alternativen Zugangs zur Lösung der Flüchtlingsströme eine Ausgeburt satanischer Unmenschlichkeit ist. Der einzige Weg, wie sich Europa verhalten darf, ist Grenzen auf, alle rein, Geld und Haus und Job für jeden und Problem kann es keines geben, denn wer sowas sagt, ist ein dummes, ungebildetes Nazischwein und eine rechte Sau.

Viele Journalisten schließen sich gerne dem an, was sie für intellektuell halten. Weil, und das ist ein absolut entscheidender Faktor: Auch sehr viele Journalisten extrem ahnungslos und auch oft mangelintelligent sind, genau gleich viele, wie in der Durchschnittsbevölkerung. Also schreien sie blind dem nach, was sie für intelligent halten, wie so viele andere. Nur dass wir glauben, Journalisten hätten selbst mehr und eine fundiertere Ahnung.
Wir denken gerne, dass jene, die uns mit Nachrichten versorgen, die uns erklären, was in der Welt passiert, es auch verstehen. Doch das ist weit gefehlt. Sie beziehen oftmals ihre Informationen aus anderen Medien, wie das heute so üblich geworden ist. Einer schreibt vom anderen ab. Doch damit haben sie genau so wenig oder viel Ahnung, wie jeder normale Bürger. Sie glauben gewissen Medien, denen sie vertrauen. Sie verteufeln alles als rechts, was nicht illusorisch weit links außen ist.
Und so selektieren Sie die Informationen, über die sie berichten. So schreiben sie von drei Beispielen, in denen sie Flüchtlinge mit Doktortitel, Sportlerkarriere und Familie vorstellen, die alle perfekt Englisch sprechen und von den Greueltaten des IS in Syrien berichten können. Sie wählen jene Bilder aus, wo hungernde Kinder mit traurigem Blick in die Kamera starren, Mütter ihren Nachwuchs fest an sich pressen, um ihn vor der Kälte zu schützen und wo vereinzelt Männer zu sehen sind, die sich aber rührend und liebend um ihre Familien kümmern. Alle anderen Bilder von Massen an Männern oder von aggressiven Gruppierungen lassen sie weg. Weil sie nicht an den Rechten anstreifen wollen.
Damit schreiben sie ihrem Klientel natürlich nach dem Mund, und stoßen in das gleiche Horn, in das die Regierungsspitze bereits von Anfang an stößt: Alles gut, es gibt kein Problem, alles friedlich und gemütlich. Fakten werden zurückgehalten, verdreht oder einfach totgeschwiegen, um zu ‘deeskalieren’, was auch immer das heißen mag. Man will ebenfalls auf keinen Fall an den Rechten anstreifen, wobei man sie lustigerweise genau durch diese Strategie jeden Tag erstarken lässt.

Denn es dringen dann doch immer wieder Meldungen und Berichte von Einzelpersonen durch, die von Massenschlägereien berichten, von aggressivem Verhalten, von unverschämten Forderungen, von Diebstählen usw.usf., die aber schnell als Hetze, Erfindung und Propaganda abgetan werden.
Bei ein oder zwei solcher Berichte könnte man das auch noch glauben. Aber bei so vielen, einzelnen, unterschiedlichen? Auch bei Erzählungen von eigenen Freunden und Bekannten? Die einem sagen: Sie dürfen offiziell zu so etwas nicht Stellung beziehen, aber die Situation ist völlig außer Kontrolle? Beamte bei Registrierungs- und Meldestellen? Polizeibeamte?
Wenn selbst die Presse den Kommentar von Herrn Biro überprüft und original genau die Supermarktplünderungen wirklich entkräften kann, alle anderen Aussagen aber einen realen Hintergrund haben oder nicht überprüft werden können, dann bekommen natürlich viele Leute das Gefühl, dass in vielen Medien und von vielen Politikern die Wahrheit unterschlagen wird. Also wenden sie sich an jene Medien und Politiker, die ihnen, ihrer Auffassung nach, eher die Wahrheit verraten. Eine natürliche, menschliche Reaktion.

Nun kommen wir an den Punkt, dass Medien auch Unternehmen sind. Gewinnorientiert. Über Auflagen-, Hörer- und Zuseherzahlen. Das bedeutet, je mehr lesen, hören, sehen, umso mehr Geld kriegt man für die geschaltene Werbung.
Wenn ein, zwei oder drei Medien diese Lücke in der Berichterstattung erkennen und selbst nicht den Anspruch haben, der verträumten Linksaußen-Propaganda nach dem Mund zu plappern, dann nutzen sie diese Chance und steigern ihre Reichweite, indem sie das schreiben, was andere bewusst zurückhalten.
Doch dann könnte man meinen, es würde reichen, einfach die Wahrheit zu schreiben, die andere weglassen. Ja, könnte man meinen. Doch dann wissen Sie nicht, wie ein gewinnorientiertes Unternehmen arbeitet. Also peppt man es noch ein wenig auf. Berichtet vermehrt und irgendwann fast ausschließlich über die Gefahren, die Verbrecher, die Vergewaltiger oder die Terroristen, damit die Menschen noch mehr das Gefühl haben, die Wahrheit zu erfahren. Weil hier kriegen sie das, was die anderen verschweigen. Und zwar jede Menge davon. Katsching, die Kasse klingelt und auch hier ist das Klientel perfekt versorgt, was es will.

Das sind die schlichten Gründe, warum wir in so vielen Medien nur instrumentalisierten Schrott zu lesen, hören und sehen bekommen und warum es unfassbar mühsam ist, sich selbst ein halbwegs realistisches Bild der Lage zu verschaffen.
Warum das gerade in Österreich so dermaßen brutal ist, während deutsche Medien wesentlich öfter neutral und objektiv über Sachlagen berichten können, ist für mich nicht klar zu beantworten. Es ist nur signifkant feststellbar.

Gleichzeitig stehen die österreichische, die deutsche und die europäische Regierung nach inzwischen fast einem halben Jahr weiterhin völlig plan-, ahnungs- und konzeptlos da und basteln fleißig weiter an einer gigantischen Katastrophe.
Man darf gespannt sein, wann… und ob wir darüber lesen werden, wenn es soweit ist.

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