Köln

Es ist also passiert, schon wieder. Wiederum ist ein Ereignis eingetreten, vor dem Rechtspopulisten, viele Experten, aber vor allem auch viele Bürger, gewarnt hatten. Nach den Anschlägen von Paris nun eine sexuelle Massenattacke unvorstellbaren Ausmaßes von, zu großem Teil, Flüchtlingen auf deutsche Frauen. Nicht in Indien, nicht in Kairo, nein, in Köln. Und im kleineren Ausmaß auch in Salzburg, wie wir seit heute wissen.
Die einen schreien nun ‘Das haben wir doch gleich gesagt! Das musste ja passieren! Stoppt den Asylwahnsinn!’, die anderen ignorieren den Vorfall fast schon auf geschmacklose Art und Weise, gehen fast gar nicht auf die Abartigkeit dieser Greueltaten ein und schreien ‘Scheiß Rechte ihr!’.
Da stellt man sich schon bei manchen Politikern, Kolumnisten und sonstigen Menschen die Frage, was denn jetzt eigentlich einmal passieren müsste, bevor diese Leute aufhören, vehement die Nazikeule zu schwingen und vollkommen blind und gedankenlos auf ihrem Standpunkt beharren: ‘Es kann überhaupt gar kein wie auch immer geartetes Problem mit der Flüchtlingswelle geben, völlig unmöglich! Jeder, der was anderes sagt, ist eine scheiß rechte Nazisau!’.
Desweiteren scheint sich bei diesem Fall etwas weiteres zu bestätigen, dass seit Monaten diskutiert und vermutet wird: die Polizei und die Politik verbreiten offenbar teilweise bewusst Falschinformationen, um die angespannte Lage nicht noch weiter zu verschärfen. Polizisten, die bei dem Einsatz und direkt danach bei der Datenaufnahme vor Ort waren, widersprechen der offiziellen Behauptung, man kenne die Herkunft der meisten Täter nicht. In Wahrheit handle es sich, laut den protokollierenden Beamten, zum größten Teil um syrische Flüchtlinge, die sich nur mit den entsprechenden, bei Asylantragstellung ausgehändigten, Papieren ausweisen konnten.
Ein Skandal unfassbaren Ausmaßes, wie ich finde. In was für einer Welt leben wir, wo die Wahrheit von öffentlicher Stelle bewusst nach eigenem Gutdünken so verdreht wird, wie es diesem oder jenem passt?!? Nur damit dann niemand sagen kann ‘Haben wir doch gleich gesagt!’? Selbst wenn es um Angst vor erneuten Anschlägen auf Asylantenheime in Deutschland geht – die Bevölkerung hat ein Recht, einen unabdingbaren Anspruch auf die Wahrheit, die ja außerdem sowieso irgendwann ans Licht kommt. Denn wo ist denn dann die Grenze zu ziehen? Ab welcher Sorge darf man welche Wahrheit verschweigen?
Gerade in puncto Deeskalation ist diese Verschweigetaktik nämlich das absolut Dümmste, was man tun kann. Denn sobald sich dann herausstellt, dass hier absichtlich und bewusst die Unwahrheit verbreitet wurde, eskaliert die Lage natürlich erst recht.

Desweiteren stellen sich jetzt jede Menge vermeintliche Feministinnen hin und behaupten: Bisher hätte sich niemand jemals in der Geschichte für Frauenrechte eingesetzt, jetzt nützten Rechte diese Vorfälle nur aus, um ihre rassistischen Ressentiments zu untermauern. Da frage ich mich, welche neuartigen Drogen schon wieder im Umlauf sein müssen, um solche Aussagen zu motivieren.
Der Vorfall in Köln ist als erstes einmal keine(!) feministische Diskussion, sondern hier geht es grundsätzlich um Wertesysteme, Weltanschauungen und die Akzeptanz und Respektierung unserer Gesellschaftsordnung! Das, was in Köln passiert ist, waren Straftaten. Punkt. Nicht Diskriminierung oder sonstiges, sondern primär einmal Straftaten, die unser Wertesystem grundsätzlich erschüttern. Was wäre, wenn einige der Täter schwul gewesen wären und junge Männer sexuell belästigt hätten?! Ginge es dann um Schwulenrechte?!? Nein, es geht hier primär um die Straftaten, die begangen wurden.
Der Vorwurf, niemand interessiere sich sonst jemals für Frauenrechte ist sowas von absurd und lächerlich, dass einem beinahe die Worte fehlen. Noch nie war es so klar definiert, was ein sexueller Übergriff ist und was nicht. Auch Pograpschen ist inzwischen ins Strafrecht aufgenommen worden, obwohl das natürlich leichtes Spiel für Missbrauch bietet und für die Möglichkeit, einen unerwünschten Kollegen oder Vorgesetzten komplett zu diskreditieren, egal ob sich die Vorwürfe dann bewahrheiten oder nicht. (Doch das wäre Thema für einen anderen Blog)
Grundsätzlich aber war das Bewusstsein, die Straflage und auch der öffentliche Diskurs über sexuelle Übergriffe noch nie omnipräsenter und intensiver als in der heutigen Zeit, auch vor Köln, und das ist auch gut und richtig so. Diese erbärmlichen Profilierungs- und Empörungsversuche dieser dahergelaufenen Möchtegern-Feministinnen, die sich bei solch einem Vorfall nicht über den Vorfall, sondern über jene aufregen, die sich darüber aufregen, gehören einfach nur ignoriert. Jede Plattform, so wie eigentlich auch ihre Erwähnung hier, schenken ihnen bereits zuviel Aufmerksamkeit.
Sekundär aber natürlich muss dieser Vorfall dann zu einer gesellschaftlichen Diskussion führen, die auch unter einem feministischen Aspekt geführt werden muss.
Dass das Frauenbild in gewissen Teilen der arabischen Welt schwer im Arghen liegt ist ja nun absolut nichts Neues. Komplette Unterdrückung, absolute Unterwerfung gegenüber dem Mann, keinerlei autonome Rechte.
Eine ZDF-Reportage an deutschen Schulen hat gezeigt, dass dort Migranten der zweiten Generation Ansichten vertreten wie ‘Meine Schwester darf nicht ausgehen, mit wem sie will. Ich entscheide das. Oder dann unser Vater.’ Auf den Hinweis der Journalistin, dass sie das in Deutschland aber sehr wohl dürfe, antwortet der Schüler: ‘Das zählt nicht. Das Familiengesetz steht über dem deutschen Gesetz.’
In ihrem Buch ‘Deutschland im Blaulicht – Notruf einer Polizistin’ berichtet Tania Kambouri von zahllosen Beispielen der völligen Verfehlung einiger Migranten aus ganz bestimmten Kulturkreisen, unsere Vorstellungen von Gleichberechtigung und offener Gesellschaft zu leben oder auch nur zu akzeptieren. Ein deutscher Rettungssanitäter hat neulich in einem ausführlichen Stern-Artikel über sein halbes Jahr Dienst als Rettungsfahrer in Saudi Arabien berichtet, wo Männer ihre Frauen und Töchter lieber sterben lassen, als dass sie ohne Kopftuch aus dem Haus muss oder von einem männlichen Notarzt untersucht wird.
Jetzt kann man sagen, was auch viele tun: ‘Einzelne schwarze Schafe gibt’s überall, das ist kein Argument.’, doch wer ernsthaft so tun will, als hätte das in manchen Kulturkreisen nicht primäre Kultur und Tradition, dem ist wohl nicht zu helfen. Desweiteren stellt man sich die Frage, wie viele Einzelfälle man noch als solche abtun kann, bevor man sich endlich ein paar grundlegende Fragen stellt…
Wie will, oder kann man überhaupt sicherstellen, dass Flüchtlinge unser Wertesystem und Grundrecht tatsächlich nicht nur akzeptieren, sondern auch schätzen und leben werden? Ist die Sicherheit der eigenen Gesellschaft und der eigenen Werteordnung komplett der absoluten Willkommenskultur unterzuordnen? Kann man jemandem, der von Kindheit an gelernt hat, dass gewisse Menschen wesentlich weniger wert sind als andere, überhaupt von heute auf morgen erklären, dass alle Menschen gleich viel wert sind?!
Generalverdacht gegen jeden Flüchtling darf es natürlich keinen geben, das ist klar. Generalamnestie aber auch nicht.
Dieses Thema ist unfassbar diffizil. Es gibt keine einfache Antwort. Klar ist aber: Deutschland und Österreich holen sich mit der komplett offenen Willkommenskultur ein unfassbares Problempotenzial ins Land, dessen Ausmaße sich langsam abzuzeichnen beginnen. Die Öffentlichkeit ist damit genauso überfordert wie die Politik. Die einen schreien ‘Alle Flüchtlinge sind Vergewaltiger und Terroristen!’, die anderen schreien ‘Nazis! Nichts hat irgendwas mit Flüchtlingen zu tun!’ und in genau dieser endlos dummen Schreierei erstarrt derzeit die Öffentlichkeit, während die Politik bisher Symptombehandlung betreibt und, zum gefühlt tausendsten Mal, runterbetet: ‘Straffällige Asylwerber müssen schneller rückgeführt werden!’, was ich mir spannend vorstelle bei Menschen, von denen man genau nichts weiß, weil sie weder registriert wurden noch Ausweise bei sich haben.
Spannend werden auch die nächsten Monate. Wird die EU endlich aktiv werden? Werden endlich Asylstellen an der Krisenregion geschaffen? Werden endlich Flüchtlingsquoten für die EU-Länder eingeführt? Werden die deutsche und die österreichische Regierung endlich einen tatsächlichen, sinnvollen Plan entwickeln, wie sie mit den Neuankömmlingen verfahren wollen? Welcher Ansturm an Menschen kommt auf uns zu, sobald es wieder wärmer wird? Und welche Probleme und ‘Einzelfälle’ stehen uns noch bevor und wie werden wir damit umgehen?
All diese Fragen werden uns, wohl oder übel, nur allzu bald allzu definitiv beantwortet werden…

Standard

2 thoughts on “Köln

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s