Brüssel

Schon wieder. Schon wieder simultane Anschläge, die keinen Zweifel daran lassen, dass der Terror in Europa nicht nur Fuß gefasst hat, sondern uns zeigt, dass er uns in der Hand hat.
Erschreckend!

Verblüffend auch die ersten Reaktionen, die ich auf Facebook gelesen habe. Eine war ein sarkastisches “Wir schaffen das!” auf einen Bericht über die Toten und Verletzten. Makaber. Fehl am Platz.
Eine andere war Ärger darüber, dass es bei diesen Anschlägen sofort überall Live-Ticker gibt, während das bei den Anschlägen in der Türkei zuletzt nicht so war. Wirklich? Das ist aktuell die große Tragödie? Puh…

Doch zur ersten Reaktion, die natürlich stellvertretend für die Gedanken und ersten Emotionen ganz vieler stehen wird: Die Willkommenskultur des letzten Jahres hat Terroristen Tür und Tor geöffnet.
Wichtig ist dabei aber hervorzuheben, dass viele damit nicht die Flüchtlinge kritisieren, sondern die eigenen Politiker, die jegliche Bedenken über Bord warfen und unkontrolliert mehr als eine Million Menschen nach Europa holte. Das ist ein massiver Unterschied.
Wer schreit “Die Flüchtlinge sind schuld!”, dem ist ja wohl nicht mehr zu helfen und den Irrwitz einer solchen Aussage würdige ich nicht einmal einer weiteren Gegendarstellung. Wer allerdings “Die blindwütige Grenzöffnung der EU-Außengrenzen und das gedankenlose Durchwinken durch den gesamten Kontinent ist schuld!” schreit, der differenziert wenigstens. Aber ob er Recht hat?

Die Attentäter von Paris waren großteils gebürtige Belgier und Franzosen, nur zwei der Täter wurden als Iraker identifiziert. Anderseits ist einer der Attentäter durch halb Europa durchgefahren, vollbeladen mit Waffen. Wobei, das wäre ihm mit Schengen ja auch ohne Flüchtlingsstrom gelungen.
Wer die Attentäter von Belgien sind wissen wir noch nicht, aber der Verdacht liegt nahe, dass sie aus dem Dunstkreis des vor wenigen Tagen geschnappten Salah Abdeslam stammen, wobei dies aktuell reine Spekulation ist.

Was also tun? Schengen komplett aufheben? An allen Grenzen wieder massiv kontrollieren? Außengrenzen sowieso komplett dicht machen, wie quasi ohnehin der aktuelle Plan?
Dagegen halten viele, dass es Terroristen trotzdem schaffen würden, Anschläge durchzuführen. Ein Argument, dem ich nicht viel abgewinnen kann.
Nur weil eine Sicherheits- oder Vorsichtsmaßnahme keine 100% Schutz bietet, soll man sie gleich ganz weglassen?! Eher unlogisch. Trotz angelegten Sicherheitsgurts kann man bei einem Autounfall sterben, dennoch gilt die Pflicht, sich anzuschnallen.
Das Argument allerdings, dass die Attentäter gar nicht  mehr aus fremden Ländern zu uns kommen, sondern eigentlich gebürtige Europäer sind, das kann man nicht von der Hand weisen. Doch was sagt uns das?

Es sagt uns, dass wir ein ganz großes Problem haben. Nämlich Parallelgesellschaften, die so massiv sind, dass jemand, der in Europa geboren worden und aufgewachsen  ist und der hier rein theoretisch auch sozialisiert hätte werden müssen, sich so radikalisieren kann, dass er dazu bereit ist, sich selbst in die Luft zu sprengen und dabei so viele Menschen wie möglich mit in den Tod zu reißen.
Das sollte uns im zweiten Schritt in Wahrheit noch mehr schockieren, als die eigentlichen Anschläge. Uns läuft hier etwas gewaltig aus der Hand und es scheint keinen wie auch immer gearteten Plan zu geben, diese Katastrophe einzudämmen oder gar zu verhindern.
Bezahlte Deutschkurse alleine werden das Problem nicht lösen.

Und seit letztem Jahr strömen hier eine Masse an Menschen aus eben jenem Kulturkreis herein, in dessen Parallelgesellschaften sich diese Radikalisierung in Europa überhaupt erst entwickelt hat.
Um es ganz klar zu sagen: Das bedeutet bitte nicht, dass alle Flüchtlinge Terroristen sind oder dass die Flüchtlinge hier an irgendetwas Schuld hätten.
Aber es bedeutet, wenn wir uns die Zahlen zu den gekommenen Menschen ansehen, dass es bei weitem nicht nur Kinder und deren Mütter waren und anhand der negativen Asylbescheidszahlen sehen wir, dass es auch bei weitem nicht nur Flüchtlinge waren. Viele die kamen sind aus welchen Gründen auch immer gekommen. Wir wissen es nicht. Wir wissen nicht einmal genau, wer gekommen ist.

Wir wissen aber, dass wer einmal hier ist, kaum wieder abgeschoben werden kann.
Und wir wissen. dass wir schon vor dieser Migrationswelle ein unfassbar massives, gefährliches Integrationsproblem in Europa hatten, das den Nährboden für diese exzessive Radikalisierung bildete.
Und es darf wohl äußerst stark bezweifelt werden, dass sich dieses Problem durch den völlig unkontrollierten Menschenzustrom des Jahres 2015 verbessern wird. Ganz im Gegenteil.

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