Trump, Van der Bellen & Hofer

Donald Trump ist also jetzt offiziell der Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Sollte er, wie es aller Voraussicht nach aussieht, gegen Hillary Clinton antreten, hat er auch massiv hohe Chancen, Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Dem mächtigsten Land der Erde. Etwas, dass jeder vernunftbegabte Europäer für eine amüsante Scherzvorstellung gehalten hatte, scheint quasi Realität zu werden.

Warum er so hohe Chancen gegen Clinton hätte? Weil er die Arbeiterklasse mit scheinbar simplen, populistischen Lösungen anspricht, was Clinton nicht tut. Sie wirkt abgehoben, sie ist zu stark mit Sponsoren belastet und sie ist das Establishment, gegen das auch in den USA eine breite Ablehnung herrscht.
Man kann wahrlich nur hoffen, dass dennoch eine Mehrheit der Amerikaner feststellt, dass ein Donald Trump als Präsident eine brandgefährliche Sache wäre. Meine Aussage mag seltsam anmuten, wenn man sich die jüngsten Umfragen ansieht, bei denen Clinton einen knappen Vorsprung vor Trump in der gesamten Wählerschaft der USA hat.
Dann wiederum haben wir aber in den letzten Wochen eines gelernt: Meinungsumfragen sind weniger wert, als das Papier, auf dem sie gedruckt sind. Und der als weitgehend Intellektueller eingestufte Bernie Sanders? Er hätte in Umfragen fast 15% Vorsprung auf Trump. Doch der wird das Rennen wohl nicht mehr machen.

Gleichzeitig in Österreich? Ein Kampf zwischen Gut und Böse, wie es einige gerne hinstellen. Persönlich, halte ich es ja für einen Kampf Böse gegen ganz Böse, aber dazu gleich mehr.
Mit Umfragen hält man sich derzeit offenbar bewusst zurück – es gibt derzeit einfach quasi keine (bis auf eine 50/50-Einschätzung von “Österreich”, na gut) – aber die gefühlte Realität?

Sieht für mich so aus, dass die Realität zum Wahlhelfer Norbert Hofers wird. Denn wer im Moment die Zeitung aufschlägt, der liest einerseits täglich von neuen Vergewaltigungen und Gewalttaten von Asylwerbern, während zwei Seiten weiter steht: “Kriminalität geht zurück, nur die rechtsradikalen Delikte steigen an. Straftaten unter Flüchtlingen gesunken.”
Da tut man sich halt schon ein bissl schwer, das nachzuvollziehen – vor allem, wenn man bedenkt, dass aufgrund abgemildeter Suchtmittelgesetze beispielsweise die unzähligen Drogendealer rund um die Thaliastraße höchstens weggewiesen werden, wenn sich die Polizei überhaupt hinbemüht (habe mir extra ein Bild im Lokalaugenschein davon gemacht). Oder wenn man weiß, dass mit gesunken gemeint ist “pro Kopf” – wir haben so signifikant mehr Flüchtlinge, dass es zwar pro Kopf weniger Verbrechen gab, aber in absoluten Zahlen natürlich dramatisch mehr. Ob sich das dann immer noch so gut anfühlt?
Gleichzeitig gilt zu erwähnen, dass ein größerer Teil der als rechtsradikal eingestuften Strafhandlungen unter den Paragraph der “Verhetzung” fielen, was bedeutet: Jemand hat jemand anderen deshalb angezeigt, was im letzten Jahr recht beliebt geworden ist.

Wir beobachten hier das exakt gleiche Phänomen wie nach den ersten Monaten der Flüchtlingswelle. Überall wurde in den Medien von all den Akademikern, Ärzten, den fochqualifizierten Flüchtlingen berichtet, die quasi Wirtschaft, Land und Leben bereichern würden – natürlich blank erfunden, wie die Zahlen im Nachhinein gezeigt haben.
Jetzt legt man nach und behauptet quasi: Sinkende Zahlen bei Straftaten von Nicht-Österreichern und Asylwerbern, die große Gefahr geht von Rechts aus. Die Politik dankt es und benutzt jene Zahlen zur “Deeskalation”. Oder so.

Wozu führt das? Zu einem schnurstracks geraden Wahlsieg Norbert Hofers. Warum? Die Leute haben die Nase gestrichen voll von manipulativen Schlagzeilen und Berichten, die ihnen eine Realität vorgaukeln wollen, die sie so einfach nicht empfinden können.
Die meisten Wähler Norbert Hofers sind weder rechts, schon gar nicht rechtsradikal oder -extrem, sie halten nur einfach diese Realitätsverweigerung der restlichen Parteien und einiger Medien nicht mehr aus.
Einerseits immer größerer sozialer Druck durch kaum relevant steigende Reallöhne, die massiv gestiegenen Wohnungs- und Lebenserhaltungkosten gegenüberstehen. Anderseits massiver Druck am Arbeitsmarkt, durch die perverse Situation, dass wir die höchste Beschäftigtenzahl in Österreich haben und gleichzeitig die höchste Arbeitslosigkeit mit über 500.000 Menschen ohne Job, wo sich niemand auszusprechen traut, dass dafür ein massiver Arbeitskräftestrom aus dem Osten verantwortlich ist. Und dann natürlich die Realität, dass Österreich in der Flüchtlingskrise massive Fehler begangen hat und immer noch begeht und dass wir uns massive, massivste Probleme und ein auf keinen Fall zu unterschätzendes soziales Spannungspotential ins Land geholt haben.

Denn wenn man einem Van der Bellen heute zuhört, hat man immer noch nicht das Gefühl, dass er in der Realität angekommen ist, was das Thema Flüchtlinge anbelangt. Obergrenzen? Darf es nicht geben. Registrieren ja, aber ansonsten muss jeder kommen können, der das will. Darf nicht in Frage gestellt werden. Alles zu bewältigen. Notstandsgesetz der Regierung ist ein Verbrechen an der Menschlichkeit.
Und damit macht er sich für ganz viele Leute unwählbar.

Der, der jetzt noch da steht und, quasi, meint “Wir schaffen das”, dem ist absolut nicht mehr zu helfen.
Der betreibt dann quasi Wahlwerbung für einen Kandidaten, der das einzige Hoffnungsinstrument unseres Landes und des gesamten Kontinents in Frage stellt, nämlich die EU. Der das generalle Tragen von Kopftüchern verbieten will (Wenn man am Land in Österreich unterwegs ist, sieht man Kopftücher zu Hauf. Auf den Köpfen älterer Damen. Aus Österreich.). Der Ausländern Sozialleistungen massiv kürzen und dem AMS gleichzeitig verbieten will, ihnen Jobs zu vermitteln (Das ist ja, nebenbei, die dümmste Forderungskombination in der Geschichte der Menschheit – was ist dann ihre Option?).

So läuft es also darauf hinaus, dass in den USA womöglich ein Donald Trump Präsident wird, der eine fette Mauer um sein Land bauen will, alle Mexikaner des Landes verweisen will, Muslimen generell die Einreise verbieten will und noch so vieles Abartiges mehr. Und in Österreich einer, der vielleicht nur ein Steigbügelhalter für die Zusammenlegung der Posten Kanzler und Präsident zum Superamt für einen Heinz Christian Strache 2018 ist.

Das sind keine guten Zeiten.

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