Der rote Tod, das blaue Wunder und das Ende Österreichs

Die Regierung ist am Ende, die Sozialdemokratie ist tot und die EU liegt im Sterben. Spätestens 2018 wird Strache Kanzler, 2020 wird er Präsident im neu zusammengelegten Superamt aus Regierungschef und Präsident, wofür ihm Hofer den Weg ebnet und 2021 wird Österreich der EU ein unerfüllbares Ultimatum stellen, was Strache für eine Volksabstimmung nutzen wird, um die ohnehin nur noch lose existente EU zu verlassen und Österreich nach Schweizer Modell umzugestalten, nur ohne dessen finanzielle und wirtschaftliche Mittel und Möglichkeiten – sodass Österreich in die substanziellste Staatskrise der zweiten Republik schlittern wird.

Doch der Reihe nach – beginnen wir mit den Ereignissen des heutigen Tages:
Werner Faymann ist zurückgetreten. Nicht aufgrund einer der zahlreichen Krisen, in denen er zielsicher jedesmal gegen die Wand gefahren ist (Banken, Griechen, Flüchtlinge), sondern aufgrund parteiinterner Reibereien. Ganz in österreichischer Manier, erst kommt einmal die Parteipolitik, die nächste Wahl, das eigene Gretzel, die eigene Macht, dann kommt lang nix, dann die Posten der Freunde… und dann, irgendwann… vielleicht auch Österreich.

Gut, ganz so ist es natürlich nicht – die internen Reibereien gab es natürlich schon aufgrund der aktuellen Flüchtlingskrise und den daraus resultierenden Problemen und innerparteilichen Unstimmigkeiten. Und natürlich auch aufgrund der Bundespräsidentschaftswahlen und dem unterirdischen Abschneidens des sozialdemokratischen Kandidaten, dem seine Nominierung so wurscht war, wie seine Niederlage – wobei auch dieses Abschneiden, nach einhelliger Meinung aller Politbeobachter, als klare Absage an die derzeitige Regierung und ihre nicht existente Arbeit gewertet werden muss.

Situation also: Die SPÖ ist führungslos. Ein dauerbesoffener Schwerstalkoholiker, der in seiner eigenen Stadt eine Wahlniederlage nach der anderen einstecken musste, übernimmt interimistisch. Das sagt eigentlich schon alles über den Zustand der Sozialdemokratie in Österreich.

In allen bisherigen Umfragen führt die FPÖ in theoretischen Nationalratswahlen mit gewaltigem Vorsprung. Auch der nächste Bundespräsident wird Norbert Hofer heißen, daran besteht in Wahrheit kein Zweifel.
SPÖ und ÖVP sind nur noch ehemalige Großparteien, ihr Hauptproblem: Sie haben niemanden, der sie aus ihrer Krise führen kann.

Die SPÖ hat kein einziges junges Gesicht, keine einzige Zukunftshoffnung für die kommende Wahl oder auch nur die 2 Jahre bis dahin, sollte es so lange dauern.
Schieder?! Profilloser Parteisoldat. Keine Option. Viele schreiben von der Wahl zwischen Christian Kern und Gerhard Zeiler.
Sollte es der ÖBB-Chef Kern werden, macht er es seinem Unternehmen gleich – und kommt zu spät. Gerhard Zeiler als ehemaliger ORF-Intendant wird ein gleiches Schicksal wie Mitten im 8. blühen – jede Menge Kohle und keine Aussicht auf Erfolg.
Warum? Beide kommen aus dem, dem absoluten Großteil der Bevölkerung inzwischen so abgrundtief verhassten, roten Sumpf, der so symptomatisch für die sozialdemokratische Mafia geworden ist. Das ist auch genau das Problem der SPÖ: Sogar wenn sie nach außen hin behaupten, neue Kandidaten nicht nur aus den eigenen Gremien holen zu wollen, greifen sie, entsprechend ihrer völlig überholten und verkommenen Strukturen, zu Genossen aus der eigenen Sumpflandschaft. Wirklich Neues – Fehlanzeige.
Eine Partei, die seit Jahren an der Bevölkerung und auch und vor allem der eigenen Wählerschaft vorbeiredet und -regiert und die so mit ihrem Machterhalt und der Aufrechterhaltung und Auffettung der eigenen Strukturen beschäftigt war und ist, dass es ohnehin nur eine Frage der Zeit war, bis sie zu einem kläglichen Abklatsch ihrer selbst wurde. Die Zeit ist um.

Die ÖVP wird mit Sebastian Kurz, sollte er nicht abspringen und in die Wirtschaft wechseln, zumindest den zweiten Platz bei den nächsten Wahlen ergattern können und damit zum Juniorpartner der FPÖ ohne Option, einen Schüssel zu bauen und sich erpresserisch den Kanzler zu holen, denn die ÖVP wird 2018 nicht die einzige Koalitionsoption der FPÖ sein, wie wir in den öffentlich geführten Parteistreitigkeiten der SPÖ gelernt haben.

Doch egal wer oder wie, der Niedergang von Rot und Schwarz ist besiegelt, das erkennt jeder mit einem halbwegs intakten Verstand. Die blaue Machtgewinnung ist unaufhaltsam, dafür haben eben jene beiden Regierungsparteien, fleißig unterstützt von den Grünen, eifrigst mit ihrer gnadenlosen Realitätsverweigerung, Schönrednerei und der ewigen Ausgrenzung der FPÖ, gesorgt.

Das eingangs beschriebene Szenario mag vll nicht 1:1 so eintreffen, klar, ich bin ja auch kein Hellseher – doch dass es diese Richtung und Gangart sein wird, darüber besteht kein Zweifel.
Ja, vll lässt Strache die Ämter Kanzler und Präsident getrennt – es wird ihm herzlich egal sein, wenn das höchste Amt im Staat sein enger Vertrauter Hofer bekleidet. Aber der Rest? Raus aus der EU? Garantiert. Und das wird der Bevölkerung in den nächsten Jahren leichter denn je zu verkaufen sein, wenn sich diese Institution mangels Machtkompetenzen und Handlungsfähigkeit weiterhin so ad absurdum führt, wie in den letzten Jahren.

Die einzige Hoffnung – neue politische Kräfte wie eine Irmgars Griss oder die NEOS. Doch dass die Bevölkerung dafür noch nicht bereit ist, haben wir gesehen. Ob sie das schnell genug wird und ob es bis 2018 genug ernstzunehmende, sinnvolle Alternativen gibt? Oder ob jene Alternativen überhaupt bis 2018 Zeit haben, sich zu formieren? Mehr als fraglich.

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